Marrakesch war Balsam für meine Seele! Nachdem der Herbst Einzug in Deutschland genommen hatte, packte ich meine Sachen und machte mich auf nach Nordafrika. Das herzliche Willkommen, die warmen Umarmungen, jederzeit einem Lächeln zu begegnen, der respektvolle Umgang miteinander sowie die große Fürsorge um einen Gast machten meinen Aufenthalt zu einem einzigartigen Erlebnis. Für einen Augenblick raus aus den grauen, kalten Deutschland. In ein Land abtauchen, welches mein Herz mit viel Wärme versorgt.

 

Überblick Marrakesch

Aus einem Lagerplatz für Karawanen entstand sie um 1000 n.Ch. und wurde vom Anführer der Almoraviden Abu Bakr ibn Umar gegründet. Abu Bakrs Nachfolger Yusuf ibn Taschfin baute die erste Moschee und Häuser. Er machte Marrakesch zur Hauptstadt seines Reiches und eroberte mit seinen Truppen das heutige Andalusien und Nordmarokko. Das Wort Marrakesch ist eines aus der Berbersprache und bedeutet vermutlich so viel wie „Das Land Gottes“. Derzeit leben fast 1 Mio. Einwohner in der quirligen Stadt, der meiste Teil dem Islam angehörig. Die Amtssprache ist arabisch, französisch ist Bildungs- und Handelssprache. Marrakesch besitzt einen alten Stadtkern, die Medina.

SIGHTSEEING IN MARRAKESCH

Djemaa el Fna

DER Marktplatz in Marrakesch. In Arabisch heißt es übersetzt soviel wie „Platz der Gehängten“. Der Name stammt noch aus der Zeit, als die Sultane ihn als Hinrichtungsstätte nutzten. Heute ist er ein Bespaßungszentrum für Touristen mit orientalischem Flair. Gaukler, Schlangenbeschwörer, Künstler und Musiker machen diesen Platz lebendig. In der magischen Mitte befinden sich noch die letzten Geschichtenerzähler Marokkos.

Die Souks von Marrakesch

Kleine enge verwinkelte Gassen, Handwerker zeigen ihre Meisterstücke, bunte Gewürze in Türme geformt, Berberteppiche, orientalische Lampen und handbemalte Porzellane. Schlendere durch die Straßen der alten Medina von Marrakesch. Lass dich verzaubern von 1001 Nacht und feilsche mit den Händlern.

Medersa Ben Youseff

Die ehemalige Koranschule ist ein Besuch wert! Meiner Meinung nach einer der schönsten Sehenswürdigkeiten Marrakeschs. Vermutlich wurde Sie im 14. Jahrhundert gegründet und als Gebets- und Koranschule fast 400 Jahre lang genutzt. Seit 1960 ist sie als Museum der Öffentlichkeit zugänglich. Die detaillierten Mosaikarbeiten geben einen Einblick in die islamische Baukunst. Ich habe mich am Nachmittag an den Rand des Innenhofes gesetzt und die Atmosphäre auf mich wirken lassen.

Palais de Bahia – ruhiger Ort inmitten der Medina

Du suchst etwas Ruhe? Dann schau dir den Palais de Bahia an. Ich hätte hier locker einen halben Tag verbringen können. So wunderschön ist die Anlage. 8000 m² Fläche, ca. 160 Räume, Riads, Hammam, eine Moschee und ein idyllischer Garten faszinierten mich. Der ehemalige Palast wurde erst kurz vor 1900 erbaut. Für Filmfans: Hier wurden Szenen zu “Lawrence von Arabien” gedreht.

El-Badi Palast

Es war einmal… die größte Palastanlage Marokkos. Im 16. Jhd errichtet von Sultan Ahmed el Mansour (übersetzt “der Unvergleichliche”) wurden leider viele Teile abgetragen und für andere Bauzwecke genutzt. So verwendete beispielsweise der Alaouiten-Sultan Moulay Ismail den Palast als Steinbruch für den Bau seiner Ville Impériale in Meknes.

Der Jardin Majorelle – botanischer Garten

Der französische Kunstmaler Jacques Majorelle (1888-1962) baute die Villa seiner Träume und legte einen subtropischen Garten an. Innerhalb des Gartens befinden sich 2 Museen. Einmal eine Ausstellung über den Modeschöpfer Yves Saint Laurent, der übrigens die wunderschöne Anlage restaurierte und das Berbermuseum. Ich war an einem Sonntagmittag da. Sehr doofe Idee. Der Park war voller Menschen und von Entspannung keine Spur. Es gab kaum Sitzmöglichkeiten und lange Schlangen (mindestens 1h Wartezeit!) vor der Kasse. TIPP: Wenn du ein Kombiticket kaufen möchtest, geh an der laaaaaaaaaaaaaaangen Schlange vorbei. 50 Meter danach befindet sich eine 2. Kasse ohne Menschenandrang. Beachte aber, dass du hier nur das Kombiticket kaufen kannst. Eintritt Kombiticket: 180 Dirham (Garten & Museen)

Yves Saint Laurent Ausstellung

Ausdrucksstark & sehenswert! Auch wenn du dich nicht für Mode interessierst: Das Leben des Künstlers wird in unterschiedlichen Formen durch Illustrationen, Fotos und Musik dargestellt. Er gilt als „Revolutionär“ der Modewelt. Allein durch seine Kreation „Le Smoking“ (der Hosenanzug für Frauen) wurde er weltberühmt. Von den besonderen Stücken seiner Haute Couture Kollektion und den Einfluss der verschiedenen Nationen, so auch Afrika, kannst du dich inspirieren lassen.

Berbermuseum

Die Kleidung aus wärmender Wolle, einzigartiger Schmuck und alte Handwerkskunst. Die Ausstellung hat mich emotional sehr berührt. Nachdem ich bereits Kontakt mit dem Berbern knüpfen konnte und mir die Traditionen und Geschichten des Volkes vermittelt wurden, war der Besuch ein wichtiger Punkt auf meiner Reise.

 

Auf Marokkanisch kochen

Nachdem ich so vieles über die leckeren Speisen gelesen habe und das ja bekanntlich meine zweite Lieblingsbeschäftigung ist, wollte ich mehr über die Zubereitungen wissen. Michel, der Chefkoch holt mich vom Djemaa el Fna ab. Nach ca. 30 minütiger Fahrt erreichen wir außerhalb Marrakeschs eine Farm. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wartet auf uns ein „Blind-Test“. Mit verschlossenen Augen versuchen wir die speziellen Gewürze zu erraten. Dank des “Schnupperkurses” komme ich schnell in Kochlaune. Jetzt heißt es: Kochschürze an und los geht’s! Auf dem Plan stehen arabisches Brot, Tajine mit Rindfleisch und Birnen sowie marokkanischer Salat und Dessert. Ilhram ist unsere heutige Lehrerin. Alles, was sie uns beibringt, hat sie von ihrer Mutter gelernt. Mit viel Geduld erklärt sie uns die Knettechnik für das arabische Brot, die Zubereitung der Tajine und Salate.

WANDERUNG IM HOHEM ATLAS

Mohammed ist halb Araber, halb Berber. Er lebt mit seiner Familie in Marrakesch und studierte Philosophie. Wir treffen uns am Abend im Cafe de France um Pläne für den nächsten Tag zu schmieden. Aufgeschlossen lädt er uns in die Berge ein. Wir verabreden uns für den nächsten Tag 10.00 Uhr. Mit einem privaten Taxi machen wir uns auf in das nahe gelegene Ourikatal. Das Taxi ist ein alter Mercedes und bringt uns direkt an den Fuß des Gebirges. Reifenpanne inklusive – und nein es gibt keine Werkstatt nach europäischen Standard. Abenteuer pur!

 

Ourika Tal, Setti Fatma und Wasserfälle

Vom Tal starten wir unsere Wanderung. Entlang der ersten Stufen machen einen kurzen Stopp, um einen marokkanischen Riegel aus Sesam und Honig zu kaufen. Weiter geht’s. Ich mache bereits nach 500 Metern Aufstieg schlapp.  Während Mohammed sich über meine unsportliche Art der Fortbewegung lustig macht, reicht er mir seine Hand. „Yalla! Yalla!“ sagt er und grinst dabei. Das bedeutet auf Arabisch so viel wie: Beeilung! Als wir an dem ersten Wasserfall ankommen, fülle ich meine Trinkflasche mit frischem Quellwasser aus den Bergen auf. Durstig schlinge ich es runter, sodass ich meine Flasche wiederholt auffüllen muss. Nach der kurzen Pause geht es weiter bergauf. Zu Beginn sind es noch Stufen, die uns in die Höhe bringen. Später wird der Weg unbefestigt. Auf 1.500 Metern suchen wir uns einen Platz zum Genießen der Natur. Kaum ein Tourist führt es hier her.

 

ENTSPANNUNG IM HAMMAM

Nach der Wanderung im Atlasgebirge brauche ich dringend eine Entspannung! Schon seit Längerem habe ich mir keine Massage mehr gegönnt und in Marrakesch sind die Wellnessangebote noch bezahlbar. Nachdem ich im Riad eine Berberin kennen gelernt habe, die in einem Hammam arbeitet, entschied ich mich für sie. Es gibt unzählige Wellnessoasen in Marrakesch, die keine Wünsche offen lassen. Zu empfehlen ist das Isis Spa in der Medina. Nach der traditionellen Waschung des Körpers kam ich in den Genuss einer Ganzkörpermassage. Der Aufenthalt in einem Entspannungstempel kann schnell mal bis zu einem halben Tag andauern. Je nach Angebot, Größe der Einrichtung und individueller Vorlieben kannst du hier so richtig relaxen.

BESUCH BEI EINER BERBER FAMILIE

Omar führt mich durch das Labyrinth der Medina. An einer unscheinbaren Metalltür machen wir halt. Er klopft. Vorsichtig schiebt er mich vor den Eingang. Ein breites Lächeln kommt mir entgegen und umarmt mich. Seine Cousine nimmt mich mit ins Wohnzimmer. Ich nehme Platz. Sofort werden Essen und Getränke gereicht. Die Familie bringt mir ein paar Worte bei. Ich fühle mich sehr wohl und gut aufgehoben. Nach einer Weile bittet mich seine Cousine in einen separaten Raum. Sie will mir einen typischen Kaftan schenken und hilft mir beim Anziehen. Omars Familie zeigt mir Bilder aus ihrem Heimatdorf. Ursprünglich kommen Sie aus dem Drâatal im Süden Marokkos. Wir schauen uns Videos der traditionellen Feste des Dorfes an. Ein weiterer Brauch ist es, dem Gast einen Namen zu geben. Und so bekomme ich den Namen „tafouyt“ (Sonne) von der Familie geschenkt. Ich fühle mich sehr geschmeichelt.

Du wünschst dir auch diese besonderen Momente? Dann reise mit mir gemeinsam nach Marokko. Hier geht es zu meinen Reiseangeboten.